Förderrichtlinien

Das Programm unterstützt die Entwicklung von künstlerischen Projekten, die gemeinsam von der Idee bis zur Umsetzung, grenzüberschreitend in beiden Ländern erfolgt.

Die Projekte sollen einen intensiven kulturellen Austausch erwarten lassen und auf eine umfassende Zusammenarbeit abzielen. Eine thematische wie praktische Auseinandersetzung mit dem Partnerland muss in der künstlerischen Arbeit ersichtlich sein. Die Förderprojekte sollen neue Erfahrungsräume erschließen und andere Lebenswelten reflektieren. Die geförderten Arbeiten müssen abschließend im deutschen Sprachraum öffentlich präsentiert werden, eine Präsentation im Partnerland ist gleichermaßen wünschenswert.

Jährlich können circa 10 Projekte aus allen Bereichen der Darstellenden Künste mit bis zu 15.000 Euro gefördert werden. Die Kooperationsprojekte können in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahren realisiert werden.

Was wird gefördert?
Im Rahmen von Szenenwechsel werden Kosten gefördert, die die Begegnung, den Austausch und die Zusammenarbeit betreffen, wie Honorare für Übersetzen und Dolmetschen, Inszenierungs-, Projektentwicklung, Probenarbeit, Dokumentation,  Reise- und Unterkunftskosten für gegenseitige Besuche.

Szenenwechsel fördert sowohl Partnerschaften, die auf bereits bestehenden Kontakten basieren als auch solche, die neu aufgebaut werden. Liegt bereits eine Projekt- oder Inszenierungsidee vor, ohne dass zur Antragstellung ein konkreter Projektpartner benannt werden kann, so kann dieser nach einer Anbahnungsphase konkretisiert werden. Die Anbahnungsphase sieht Reisen und Gespräche zum gegenseitigen Kennenlernen der potentiellen Partner vor, um gemeinsam ein Projekt zu entwickeln. Soll das Projekt realisiert werden, muss nach sechs Monaten der Kooperationspartner durch eine Kooperationsvereinbarung nachgewiesen werden. Zudem muss eine Konkretisierung des Konzepts, des Kosten- und Finanzierungsplans sowie ein aktueller Zeitplan beim Internationalen Theaterinstitut eingereicht werden.

Die beantragten Kosten für die Anbahnungsphase sind Teil der Gesamtkosten und dürfen bis zu 3.000 Euro betragen. Die Auszahlung der weiteren Projektgelder erfolgt nach Einreichung der notwendigen Unterlagen. Fehlen diese, wird das Projekt nicht weiter gefördert.

Was kann nicht gefördert werden?

  • direkte Produktionskosten wie Ausstattung, Technik, Spielstättenmiete
  • Wiederaufnahmen oder Überarbeitungen bereits erfolgter Produktionen
  • Gastspiele
  • Eine Förderung ist ausgeschlossen, wenn das Projekt vor der Bewilligung bereits begonnen hat, d.h., wenn bereits Ausgaben getätigt oder Verträge abgeschlossen wurden.
  • Es werden keine Projekte von Einzelpersonen gefördert. Diese werden jedoch ermutigt, gemeinsam mit organisatorisch gefestigten Zusammenschlüssen einen Förderantrag zu stellen.

Wer ist förderberechtigt?
Um förderberechtigt zu sein, müssen die Theater oder Freien Gruppen, aus den Bereichen Tanz, Musiktheater, Puppentheater und Performance, in Deutschland, Österreich oder der Schweiz angesiedelt sein. Eine gültige Rechtsform soll mit der Antragstellung nachgewiesen werden.

Partner aus den osteuropäischen oder nordafrikanischen Ländern können keinen Antrag stellen. Hauptantragsteller muss eine Institution oder Freie Gruppe aus dem deutschsprachigen Raum (s.o.) sein, die das Projekt in allen organisatorischen und administrativen Belangen gegenüber den Förderern vertritt.

In einer Kooperationsvereinbarung verpflichten sich beide Partner, die spezifischen Bedingungen der Zusammenarbeit festzuhalten, die gleichermaßen Grundlage der Finanzierung ist und Aufschluss über die Verwendung der Fördermittel gibt.

2. Antragstellung
Anträge können ausschließlich online gestellt werden und müssen fristgerecht eingehen. Dem Onlineformular ist ein

  • ausführliches Konzept, in dem die gemeinsamen künstlerischen Ziele und das Projekt nachvollziehbar beschrieben sind und das Angaben zur Motivation und Inhalt des künstlerischen Vorhabens, mit Angaben zur Zusammensetzung und -findung des Projektteams enthält
  • ein aussagekräftiger Kosten- und Finanzierungsplan
  • ein Zeitplan (maximal 1 Seite)
  • Nachweis über die Rechtsform
  • eine schriftliche Zusage des Kooperationspartners (Letter of Intent)
  • CVs der Künstlerischen Leitung
  • ein Spielstättennachweis

beizufügen.

Bei einer Projektförderung mit Anbahnungsphase kann die Kooperationsvereinbarung zusammen mit dem aktualisierten Kosten- und Finanzierungsplan bis spätestens sechs Monate nach der Bewilligung eingereicht werden.

3. Einreichungsfrist
Die Einreichungsfrist für Anträge endet jährlich am 15. Februar. Der Entscheid kann nur erfolgen, wenn Ihr Antrag fristgerecht eingegangen ist. Über die Förderung der Projekte wird eine unabhängige Jury bis Anfang Mai entscheiden. Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht.

4. Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation
Alle Veröffentlichungen (Printmedien, Dokumentationen, Internet), die im Zusammenhang mit dem geförderten Projekt stehen, weisen auf die Förderung im Rahmen von Szenenwechsel hin.

Informationen zu den geförderten Projekten und deren Verlauf werden auf der Website www.szenenwechsel.org veröffentlicht. Die Projekte sind aufgefordert, das Internationale Theaterinstitut über den Verlauf und eventuelle Änderungen in Kenntnis zu setzen. Zudem bitten wir Sie um eine Einverständniserklärung zur Verwendung von Bild- sowie weiteren Materialien.

Vor der öffentlichen Präsentation des Projekts ist das Internationale Theaterinstitut zu informieren und mit einer Einladung anzuregen, dieser zu folgen.

Szenenwechsel ist ein Förderprogramm der Robert Bosch Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Theaterinstitut. Das Internationale Theaterinstitut koordiniert das Antragsverfahren, betreut die Förderprojekte, berät die Bewerber und organisiert Symposien, um den inhaltlichen und künstlerischen Austausch zu befördern.

Diese Fördergrundsätze gelten ab dem 21. November 2012. Änderungen sind vorbehalten.